Riversurfing Die Geschichte des Surfens reicht weit zurück. Und essenziell für das Wellenreiten sind Wellen. Im Meer entstehen diese durch den sogenannten Swell, doch wie soll das ganze im Fluss funktionieren? Im Gegensatz zu den Wellen im Meer, sind Flusswellen – oder auch stehende Wellen – konstant. Das heißt, dass sie im Optimalfall 24 Stunden am Tag gesurft werden könnten!

Statt dem Swell wird hier die Strömung der Flüsse zur Wellenerzeugung genutzt. Fließen die Wassermassen dann über natürliche Hindernisse oder durch Flußverengungen, können hier Wellen entstehen. Deswegen hat man gerade auch bei Hochwasser oder reißenden Flüssen oftmals das Phänomen der stehenden Wellen – wenn auch nur vorübergehend. Durch ausgeklügelte Einbauten von engagierten Surfern können die natürlichen Gegebenheiten ausgebaut werden – und Flußwellen können optimiert werden oder gar entstehen.

Einer der Hauptunterschiede für den Surfer selbst ist, dass das Wasser von vorn kommt und nicht von hinten. Während im Meer gepaddelt werden muss um genug Geschwindigkeit aufzubauen um in die Welle hineinzukommen, wird der Take-Off beim Riversurfen an Ort und Stelle ohne Vorwärts-Bewegung des Wassers ausgeführt. Bei geeigneten Spots kann auch der im Meer verhasste Drop-in ausgeführt werden. Beim Riversurfen bedeutet das allerdings, dass das Brett gezielt in die Welle geworfen wird und der Surfer hinterherhüpft. Im Normalfall ist auch immer nur ein Surfer in der Welle – überfüllte Line-ups gibt es somit zwar beim Warten aber überfüllte Wellen eher selten =)

Hauptunterschiede beim Riversurfen und Surfen am Meer:
  • Beim Flusssurfen fließt das Wasser unter dem Surfer durch und dieser steht auf der Stelle (Vorwärtsbewegung fehlt)
  • Die Surftechnik ist etwas anders als im Meer
  • Surfboards sind hauptächlich Shortboards – auch zum Beginnen
  • Meist kein Paddeln notwendig um in die Welle zu kommen
  • Druck kommt von vorne – dem muss standgehalten werden
  • Meist enorme Strömungen, die leicht unterschätzt werden

 

Bei den Jungs auf Hawaii kann man ganz gut sehen, wie so eine stehende Welle entstehen kann.

Allerdings heißt es nicht unbedingt, dass gute Riversurfer auch gleichzeitig gute Surfer im offenen Meer sind – oder umgekehrt! Auch wenn das Gefühl auf dem Brett und die Boardkontrolle gleich sind, so sind es dennoch zwei unterschiedliche Arten von Surfen! Im Fluss fehlt vor allem das Paddeln und das Verständnis für Meer und Wellen. Spaß macht es aber trotzdem. Und eine gute Übung für das Surfen während der landlocked Zeit ist es allemal!

Einige bekannte Riversurfspots in Europa

  • Deutschland: München: Eisbachwelle, kleine Eisbachwelle, Floßlände, Flughafenwelle (temporär), Jochen Schweizer Arena
  • Österreich: Almwelle (Salzburg), Ischlwelle – Salzkammergut (Bad Ischl), Crazy Eddy (Silz, Area 47)
  • Schweiz: Reuss (Bremgarten), Thun, Basel
  • Slowakei: Wassersportgelände Čunovo (Bratislava)

Einige bekannte Riversurfspots weltweit

  • Afrika: Zambezi Wave: Im Januar und Juli gibt es hier eine barrelnde Flusswelle (Achtung gefährlich!)
  • Canada: Saint Lawrence River – Bunny Wave, Habitat 67
  • USA: Snake River (Wyoming), Barber Park Wave (Boise)

Picture Credit:

1,3: Daniel Hummer
2,4: Philipp Siefken