Vielleicht kennst du das: Du stehst im Surfshop oder scrollst durch verschiedene Surfboards – und überall tauchen Angaben wie 38, 52 oder 75 Liter auf.
Aber was bedeuten diese Zahlen eigentlich?
Das Surfboard-Volumen beeinflusst, wie viel Auftrieb dein Surfboard hat. Damit entscheidet es auch darüber, wie leicht du paddelst, wie stabil das Board im Wasser liegt und wie viel Zeit dir beim Take-off bleibt.
Gerade beim Surfstart kann das passende Volumen den Unterschied machen: zwischen einer Session, in der du hauptsächlich mit dem Board kämpfst, und einer Session mit vielen echten Lernmomenten.
Die gute Nachricht: Du musst keine komplizierten Formeln verstehen. Entscheidend ist, was die Literzahl im Wasser für dich bedeutet.
Das Surfboard-Volumen beschreibt, wie viel Raum das Board einnimmt.
Angegeben wird es in Litern.
Je größer das Volumen, desto mehr Wasser verdrängt das Board – und desto mehr Auftrieb bietet es.
Ein Board mit viel Volumen schwimmt höher im Wasser. Ein Board mit wenig Volumen liegt tiefer und reagiert meist direkter auf deine Bewegungen.
Für dich bedeutet mehr Auftrieb in der Regel:
- leichteres Paddeln
- früheres Angleiten
- mehr Stabilität
- mehr Zeit beim Take-off
- höhere Fehlertoleranz
Allerdings bestimmt die Literzahl nicht allein, wie sich ein Surfboard anfühlt. Auch Länge, Breite, Dicke, Outline, Rocker und die Verteilung des Volumens spielen eine wichtige Rolle.
Zwei Boards mit derselben Literzahl können deshalb völlig unterschiedlich surfen.
Merke: Das Volumen ist eine wichtige Orientierung – aber niemals die einzige Zahl, nach der du dein Board auswählen solltest.
Warum mehr Volumen beim Surfstart hilft
Ein kleines Board sieht sportlich aus. Im Wasser verlangt es dir jedoch deutlich mehr Präzision ab.
Mit ausreichend Volumen liegt dein Board stabiler und gleitet früher an. Dadurch bekommst du bei vielen Bewegungen etwas mehr Zeit.
Mehr Zeit beim Anpaddeln. Mehr Zeit beim Aufstehen. Mehr Zeit, um Blickrichtung, Körperspannung und Fußposition zu koordinieren.
Genau diese zusätzlichen Sekundenbruchteile helfen dir dabei, Bewegungsabläufe sauber zu lernen, statt nur auf das nächste Gleichgewichtsproblem zu reagieren.
Deshalb werden in Surfkursen häufig große Softboards eingesetzt.
Merke: Große Surfboards verzeihen mehr Fehler und ermöglichen dir mehr erfolgreiche Wiederholungen. Und genau diese Wiederholungen bringen dich weiter.
So beeinflusst das Volumen dein Surfgefühl
Beim Paddeln
Ein voluminöses Board trägt dich höher im Wasser. Dadurch kannst du leichter Geschwindigkeit aufbauen und Wellen früher erreichen.
Allerdings ist nicht nur das Volumen entscheidend. Auch deine Position auf dem Board und deine Paddeltechnik beeinflussen, wie effizient du vorankommst.
Beim Take-off
Ein Board mit ausreichend Auftrieb beginnt meist früher zu gleiten. Du bekommst dadurch mehr Zeit, um kontrolliert aufzustehen.
Das hilft besonders dann, wenn dein Take-off noch nicht vollständig automatisiert ist.
Tipps wie du deinen Take-off verbessern kannst, findest du hier!
Beim Balancehalten
Mehr Volumen geht bei Anfängerboards häufig mit mehr Breite und einer stabileren Form einher.
Das Board reagiert weniger nervös. So kannst du dich stärker auf deine Bewegungen konzentrieren, statt permanent kleine Kippbewegungen ausgleichen zu müssen.
Beim Drehen
Mehr Auftrieb bedeutet nicht automatisch, dass ein Board schwer zu drehen ist. Die Wendigkeit hängt immer von der gesamten Boardform ab.
Ein großes, breites Anfängerboard reagiert jedoch meist träger als ein kürzeres Board mit schmalerer Outline, dünneren Rails und stärker ausgeprägtem Rocker.
Mit zunehmender Erfahrung kann ein wendigeres Board deshalb sinnvoll werden – sofern du damit weiterhin genügend Wellen bekommst.
Wie viel Surfboard-Volumen brauchst du?
Eine feste Literzahl, die für jeden Anfänger passt, gibt es nicht.
Das passende Volumen hängt unter anderem von diesen Faktoren ab:
- Körpergewicht
- Surflevel
- Paddelfitness
- Häufigkeit deiner Sessions
- Wellenbedingungen
- Boardform
- persönliches Lernziel
Auch deine Körpergröße kann bei der Wahl der Boardmaße eine Rolle spielen. Für den benötigten Auftrieb ist dein Gewicht jedoch meist aussagekräftiger.
| Deine Situation | Sinnvolle Orientierung |
|---|---|
| Du surfst zum ersten Mal | Großes, breites Softboard mit viel Auftrieb |
| Du hast erste Kurserfahrung | Weiterhin ein stabiles Softboard oder passendes Minimalibu |
| Du surfst regelmäßig grüne Wellen | Moderate Reduzierung des Volumens kann sinnvoll sein |
| Du möchtest erste kontrollierte Turns fahren | Wendigeres Board wählen, ohne zu viel Paddelkomfort aufzugeben |
| Du surfst kleine oder schwache Wellen | Etwas mehr Volumen und Gleitfläche bevorzugen |
| Du surfst kraftvollere, steilere Wellen | Boardform und Kontrolle stärker gewichten |
Die wichtigste Frage lautet nicht:
Wie klein kann ich mein nächstes Board wählen?
Sondern:
Mit welchem Board bekomme ich genügend Wellen, um mein nächstes Lernziel zu erreichen?
Der häufigste Anfängerfehler: zu früh auf ein kleines Board wechseln
Viele Surfer möchten möglichst schnell auf ein kurzes Performance-Board wechseln.
Das ist verständlich. Diese Boards wirken dynamisch und werden von erfahrenen Surfern häufig in anspruchsvolleren Wellen gefahren.
Der Haken: Ein Board, das bei einem fortgeschrittenen Surfer hervorragend funktioniert, kann deinen Lernfortschritt deutlich bremsen.
1.
Plötzlich wird das Anpaddeln schwieriger.
2.
Der Take-off muss schneller und präziser sitzen.
3.
Kleine Fehler bei der Positionierung werden sofort bestraft.
4.
Du bekommst weniger Wellen – und damit weniger Möglichkeiten, deine Technik zu verbessern.
Ein Board mit mehr Volumen ist deshalb kein Rückschritt. Solange es zu deinem Level und deinem Lernziel passt, ist es oft der schnellere Weg zu sicherem Surfen.
Coach-Tipp
Wenn du zwischen zwei passenden Boards schwankst, ist für den Surfstart meist die etwas größere und stabilere Variante sinnvoller.
Denn dein Lernfortschritt entsteht nicht dadurch, dass dein Board möglichst anspruchsvoll ist.
Er entsteht durch gute Wiederholungen.
Mehr erfolgreiche Wellen geben dir mehr Gelegenheiten, an deinem Take-off, deiner Blickrichtung und deinen ersten Turns zu arbeiten.
Wann solltest du das Surfboard-Volumen reduzieren?
Irgendwann kann sich dein erstes großes Softboard träge anfühlen.
Du paddelst grüne Wellen zuverlässig an, dein Take-off klappt sicher und du möchtest stärker entlang der Welle fahren oder kontrollierter drehen.
Dann kann ein Board mit etwas weniger Volumen sinnvoll sein.
Der Wechsel sollte jedoch nicht davon abhängen, wie lange du bereits surfst. Entscheidend ist, was du auf deinem aktuellen Board zuverlässig kannst.
Gute Anzeichen für den nächsten Schritt sind:
- Du erwischst regelmäßig grüne Wellen.
- Dein Take-off funktioniert auch unter Zeitdruck kontrolliert.
- Du fährst gezielt nach rechts oder links entlang der Welle.
- Du hältst eine saubere Linie, statt nur geradeaus zu fahren.
- Du möchtest an Turns arbeiten und nicht lediglich ein kleineres Board besitzen.
Reduziere das Volumen anschließend schrittweise.
Ein zu großer Sprung kann dazu führen, dass du deutlich weniger Wellen bekommst und viel Energie in Probleme investierst, die dein vorheriges Board bereits gelöst hatte.
Ein sinnvoller Boardwechsel fordert dich an der richtigen Stelle – ohne dir den Zugang zur Welle zu nehmen.
Mehr Liter bedeuten nicht automatisch weniger Spaß
„Große Boards sind nur etwas für Anfänger.“
Dieser Satz hält sich hartnäckig. Richtig ist er trotzdem nicht. Auch erfahrene Surfer nutzen Boards mit viel Volumen – etwa Longboards oder spezielle Shapes für kleine und schwache Wellen.
Denn unterschiedliche Bedingungen verlangen unterschiedliche Eigenschaften.
In kleinen Sommerwellen kann ein voluminöses Longboard früh angleiten und lange, entspannte Rides ermöglichen. Ein kleines Shortboard braucht unter denselben Bedingungen möglicherweise deutlich mehr Kraft und Präzision.
„Das beste Board ist deshalb nicht automatisch das kleinste.“
Es ist das Board, das zu deinem Können, deinem Ziel und den aktuellen Bedingungen passt. Dies wirst du von unseren Surfcoaches immer wieder hören.
Oder noch einfacher:
Das passende Surfboard bringt dich in die Welle, ohne dich bei deinem nächsten Entwicklungsschritt auszubremsen.
Entscheidungshilfe: Welches Surfboard passt zu dir?
| Wenn du … | Dann ist häufig sinnvoll … |
| zum ersten Mal surfst | ein großes Softboard mit viel Auftrieb und Stabilität |
| gerade einen Surfkurs abgeschlossen hast | ein vertrautes Softboard oder ein großzügig dimensioniertes Minimalibu |
| sicher grüne Wellen surfst | ein etwas wendigeres Board mit moderat reduziertem Volumen |
| erste Turns lernen möchtest | ein Board, das direkter reagiert, aber weiterhin gut paddelt |
| überwiegend kleine Wellen surfst | etwas mehr Volumen und Gleitfläche |
| noch unsicher bei der Wahl bist | die größere der beiden passenden Optionen |
Ein Surfboard darf dich fordern. Es sollte dich aber nicht so stark überfordern, dass du kaum noch Wellen bekommst. Mehr Infos zu Surfbrettern findest du hier:
Häufige Fehler bei der Wahl des Surfboard-Volumens
Das Board hauptsächlich nach der Optik auswählen
Ein kurzes Performance-Board kann großartig aussehen. Entscheidend ist aber nicht, wie es unter deinem Arm wirkt, sondern wie viele passende Wellen du damit surfst.
Wähle dein Board nach deinem tatsächlichen Können.
Das Körpergewicht unterschätzen
Dein Gewicht beeinflusst, wie viel Auftrieb du brauchst.
Die Körpergröße allein reicht deshalb nicht aus, um das passende Board zu bestimmen.
Zu früh verkleinern
Weniger Volumen bedeutet nicht automatisch mehr Fortschritt.
Bekommst du mit dem neuen Board deutlich weniger Wellen, verlierst du wichtige Übungsmöglichkeiten.
Leider steigt dann auch oft der Frust und du hast weniger Spaß am Wellenreiten.
Sich nur an der Literzahl orientieren
Das Volumen ist wichtig, aber es erzählt nicht die ganze Geschichte.
Länge, Breite, Dicke, Rails, Rocker und Outline bestimmen gemeinsam, wie stabil, schnell und wendig sich ein Board anfühlt.
Die Wellenbedingungen ignorieren
Ein Board kann an einem Tag hervorragend funktionieren und sich bei anderen Bedingungen völlig unpassend anfühlen.
Berücksichtige deshalb immer, wo und in welchen Wellen du überwiegend surfst.
Checkliste: Passt das Surfboard zu dir?
Bevor du dich für ein Surfboard entscheidest, prüfe diese Fragen:
FAQs zum Surfboard-Volumen
Ist mehr Surfboard-Volumen immer besser?
Nein.
Mehr Volumen erleichtert meist das Paddeln und verbessert den Auftrieb. Ein sehr großes Board kann sich jedoch träger anfühlen und weniger direkt reagieren.
Die richtige Menge hängt von deinem Level, deinem Lernziel, der Boardform und den Bedingungen ab.
Kann ein Surfboard zu viel Volumen haben?
Ja.
Ein sehr voluminöses Board kann schwieriger zu kontrollieren oder zu drehen sein – besonders in steileren und kraftvolleren Wellen.
Für die ersten Lernschritte überwiegen bei einem passenden Anfängerboard jedoch meist die Vorteile von Auftrieb und Stabilität.
Wie viele Liter sollte ein Anfänger wählen?
Eine verlässliche Pauschalzahl gibt es nicht.
Körpergewicht, Surflevel, Fitness, Boardform und Einsatzbereich müssen gemeinsam betrachtet werden. Eine individuelle Empfehlung oder ein Test im Wasser ist deshalb hilfreicher als eine einzelne Literangabe.
Ist das Volumen wichtiger als die Länge?
Beide Werte erfüllen unterschiedliche Funktionen.
Die Länge beeinflusst unter anderem Gleitverhalten und Laufruhe. Das Volumen beschreibt den gesamten Rauminhalt des Boards. Zwei gleich lange Boards können deshalb unterschiedlich viel Auftrieb bieten und sich völlig verschieden anfühlen.
Wird Surfen mit mehr Volumen einfacher?
Für viele Anfänger ja.
Mehr Auftrieb erleichtert häufig das Paddeln, unterstützt ein frühes Angleiten und gibt dir mehr Stabilität. Ob sich ein Board wirklich einfach surfen lässt, hängt jedoch immer von der gesamten Form ab.
Muss ich für bessere Turns unbedingt weniger Volumen surfen?
Nicht unbedingt.
Auch Fußposition, Blickrichtung, Geschwindigkeit, Rails und die gesamte Boardform beeinflussen deine Turns. Weniger Volumen kann ein Board reaktionsfreudiger machen, ersetzt aber keine saubere Technik.
Fazit: Das richtige Surfboard gibt dir mehr gute Lernmomente
Das Surfboard-Volumen ist weit mehr als eine Zahl auf dem Datenblatt.
Es beeinflusst, wie leicht du paddelst, wie früh dein Board angleitet und wie stabil es sich beim Take-off anfühlt. Trotzdem solltest du die Literzahl nie isoliert betrachten. Erst gemeinsam mit Boardform, Körpergewicht, Surflevel, Lernziel und Wellenbedingungen entsteht eine sinnvolle Entscheidung.
Vielleicht wirkt ein kleineres Board auf den ersten Blick attraktiver. Für deinen Fortschritt ist jedoch eine andere Frage wichtiger:
Mit welchem Board bekommst du genügend Wellen, um wirklich besser zu werden?
Wähle dein Surfboard deshalb nicht danach aus, welches Modell am spektakulärsten aussieht. Wähle das Board, das dich bei deinem nächsten Entwicklungsschritt unterstützt.
Denn am Ende ist nicht die kleinste Literzahl entscheidend. Sondern die Welle, auf der plötzlich alles zusammenpasst.
Wenn du dein nächstes Surfboard nicht allein nach Zahlen auswählen möchtest, beraten wir dich gerne passend zu deinem Surflevel, deinen Zielen und den Bedingungen, in denen du überwiegend surfst.
Hast du noch Fragen zum Surfboard-Volumen?
Wenn du noch mehr zum Thema Surfboard-Volumen erfahren möchtest, schreib und gerne. Wir helfen dir super gerne weiter!




