An manchen Tagen laufen die Wellen perfekt – und an anderen plötzlich gar nicht. Gezeiten beim Surfen sind ein entscheidender Faktor, mit dem sich jeder Surfer auseinandersetzten sollte.
Ebbe und Flut beeinflussen nicht nur den Wasserstand, sondern auch Wellenform, Geschwindigkeit und Kraft. Wer das Prinzip versteht, surft sicherer, entspannter – und oft auch besser.
Wie entstehen die Gezeiten?
Die Gezeiten beim Surfen entstehen hauptsächlich durch die Anziehungskraft des Mondes. Dieser zieht das Wasser der Ozeane leicht an, wodurch sich der Meeresspiegel anhebt (Flut).
Auf der gegenüberliegenden Seite der Erde entsteht gleichzeitig Ebbe, da sich das Wasser dort zurückzieht. Durch die Erdrotation werden diese Flut- und Ebbebereiche in Bewegung gesetzt, sodass es etwa alle 12 Stunden an derselben Stelle zur gleichen Tide kommt. Zusätzlich verschieben sich die Gezeiten täglich um rund 50 Minuten.
Surfen bei Flut – was passiert bei Hochwasser?
Bei Flut steht mehr Wasser über Sandbänken, Riffen oder Felsen.
Typisch für Surfen bei Flut:
-
Wellen sind oft voller und kraftvoller
-
sie brechen später und manchmal näher am Strand
-
für Anfänger können sie schwerer einzuschätzen sein
Manche Spots funktionieren erst ab Mittel- bis Hochwasser richtig gut.
Surfen bei Ebbe – was bedeutet Niedrigwasser?
Bei Ebbe ist weniger Wasser über dem Untergrund.
Typisch für Surfen bei Ebbe:
-
Wellen brechen früher und steiler
-
sie sind oft schneller und technischer
-
Riffe oder Steine können näher an der Oberfläche liegen
Springtiden – wenn die Gezeiten besonders stark sind
Zu Vollmond und Neumond treten sogenannte Springtiden auf (zwei Mal im Monat)
Das bedeutet:
-
sehr hoher Tidenhub (bei Flut erheblich mehr Wasser und bei Ebbe erheblich weniger Wasser )
-
somit große Unterschiede zwischen Ebbe und Flut
-
stärkere Strömungen und veränderte Wellenbedingungen
Gerade in diesen Phasen lohnt es sich, die Gezeiten beim Surfen besonders genau zu checken.

Jeder Surfspot reagiert anders auf Gezeiten
Ein ganz wichtiger Punkt:
Es gibt keine „beste Tide fürs Surfen“ – nur die beste Tide für einen bestimmten Spot.
Warum?
-
Sandbank-Spots reagieren anders als Riffe
-
flache Spots laufen besser bei mehr Wasser
-
steilere Spots oft besser bei weniger Wasser
Deshalb ist lokales Wissen Gold wert – besonders auf Inseln wie Fuerteventura.
Gezeiten beim Surfen sind wichtig – aber nicht alles
Auch wenn die Gezeiten beim Surfen eine wichtige Rolle spielen, entstehen gute Wellen nie durch einen einzigen Faktor. Neben Ebbe und Flut beeinflussen auch Swell, Wind und Periode, wie ein Surfspot läuft.
Je nach Untergrund braucht ein Spot mehr oder weniger Wasser, damit die Wellen sauber brechen. An Reefbreaks kann es bei Niedrigwasser schnell zu seicht werden, während andere Spots auch bei Flut gut funktionieren.
Tipp: Informiere dich vorab über den Spot und frag Locals, bei welcher Tide er am besten läuft – so erwischst du die besten Bedingungen.




