SURFBOARD TYPEN

Verschiedene Surfboards und Shapes

 

 

Surfboard-Typen

Verschiedene Größen, Shapes und Hinweise zum richtigen Surfboard

Die Wahl des richtigen Surfboards zwischen all denn verschiedenen Surfboard-Typen ist entscheidend und abhängig von vielen Faktoren, u.a. von den Eigenschaften der Welle (Größe, Form) und von den Eigenschaften des Surfers, also von Größe, Gewicht, Trainingszustand, Surflevel, Erfahrung, Ziele, Motivation, etc. Generell ist der größte und häufigste Fehler die Auswahl eines Boards mit zu wenig Auftrieb (zu kurz und/oder zu schmal und/oder zu dünn). Viele Surfer nehmen die Boardmaße von Pro-Surfern als Ausgangspunkt ihrer Kaufentscheidung und ignorieren somit völlig ihre individuellen Möglichkeiten. Wenn du z.B. zu früh auf ein Brett mit zu wenig Volumen umsteigst, verlangsamt sich der Lernprozess und du hast weniger Spaß beim Surfen.

Mit einem Surfboard mit zu wenig Auftrieb bekommt man weniger Wellen, hat weniger Spaß und einen geringeren Lernerfolg! Daher möchten wir dir hier gerne die wichtigsten Surfboard-Typen (Shapes) etwas genauer erläutern. Es ist wichtig, dass dir die Unterschiede bewusst sind, damit du bei der Boardwahl und bei deinem Boardkauf abwägen kannst, was für ein Equipment für dich in Frage kommen würde. In jedem Board stecken eine Menge Überlegungen. An dieser Stelle ist anzumerken, dass es den perfekten Shape nicht gibt – es gibt bestenfalls den am meisten geeigneten Shape für einen bestimmten Surfer an einem bestimmten Tag auf einer bestimmten Welle.

96605d8711Vom Longboard zum Shortboard

ShortboardVielleicht habt ihr euch früher immer vorgestellt, auch mal wie ein dicker Hawaiianer auf einem riesigen Longboard zu surfen. Denn genau darin lag der Ursprung des Surfens. Ende der 60er, Anfang der 70er tauchten dann die ersten Shortboards an den Stränden auf. Eine Grössenentwicklung von 10 Fuß auf bis hin zu 6 Fuß war damals eine kleine Sensation. Mit diesen Brettern konnte nun endlich in der “Pocket” gesurft werden (der kleine Teil der Welle, der direkt oben am Peak ist). 1966 gewann Nat Young (Australier) die World Championships auf seinem Shortboard. Dieses von Goerge Greenough und Bob McTavish gebaute Brett ermöglichte es Nat härtere Turns und stylishere Manöver zu surfen.

Thruster oder auch drei Finnen

Drei Finnen unter ein Brett zu bauen war schon länger eine Idee der Shaper. Es wurde viel herum- experimentiert und letztendlich gelang es 1981 Simon Anderson diese Idee umzusetzen. Mittels der dritten Finne wurde ein Performancegewinn erzielt – der Thruster war geboren. Er vereinte nun die Vorteile eines Single-Fin Surfboards und eines Twinsers.  Es wurde möglich viel radikalere Manöver zu performen und mehr Spray zu werfen. Seit den 80ern hatte es keine grundlegenden Veränderungen mehr im Bau der Shortboards gegeben. Dann folgte ein Push durch neue Schaumstoffmaterialien und Verarbeitungsmethoden, wodurch die Bretter immer leichter und dünner wurden. Darin lag der Grundstein für das heutige Newschool Surfen mit seinen Airs und anderen Tricks auf der Welle.

Das richtige Surfboard

Passende Surfboard-Typen zum Surflevel und den richtigen Konditionen

Surfboards am Strand

Wie unterscheiden sich die verschiedenen Surfboard-Typen eigentlich

Es gibt natürlich mittlerweile unzählige Shapes und Surfboard-Typen und nicht immer ist auf den ersten Blick klar, welcher Kategorie ein Board zugeordnet werden soll. Die unterschiedlichen Surfboard-Typen unterscheiden sich hinsichtlich:

  • Ihres Auftriebs (der eben Auswirkungen auf das “Erwischen” der Wellen hat)
  • Ihrer Stabilität (beim Anpaddeln; beim Surfen)
  • Ihrer Geschwindigkeit (beim Anpaddeln; beim Surfen)
  • Ihrer Manövrierbarkeit

Für eine erste Unterscheidung zwischen den Surfboard-Typen reichen allerdings die folgenden Shapes und die jeweils daraus abgeleiteten Formen. Longboard (Malibu), Mini-Malibu, Funboard, Shortboard, Fish sowie Semi-Gun und Gun, wobei die Grenzen je nach Quelle etwas differieren und sich teilweise überschneiden.

Die Maße eines Surfboards am Stringer

Wie werden Surfboards gemessen

Die Maße eines Surfboards sind weltweit in Foot (1 Fuß = 30,48cm) und Inches (1 Zoll = 2,54 cm) meist am Bottom entlang des Stringers angegeben. 6´4″ × 18 ⅔” × 2 ⅜” heißt also: 6 Fuß und 4 Zoll lang, 18 ⅔ Zoll breit und 2 ⅜ Zoll dick. Die Shapes unterscheiden sich hauptsächlich in der Länge, Breite und Dicke und damit im Volumen des Boards. Grundsätzlich gilt hier die folgende Regel: je schwerer eine Person ist, umso dicker muss das Board sein, und Anfänger surfen grundsätzlich dickere Boards als Fortgeschrittene. Je dicker das Board ist, umso mehr Auftrieb hat es, und umso leichter lässt es sich paddeln – man bekommt damit leichter Wellen, besonders, wenn die Wellen weniger Kraft haben. Weitere Unterschiede bei den Surfboard-Typen gibt es dann noch in der Form des Tails, der Anzahl der Stringer (der hölzernen Längsachse des Brettes), Anzahl, Art und Anordnung (Set-Up) der Finnen sowie natürlich dem Material und dem Design des Brettes.

Es gibt unzählige Formen und Varianten von Surfbrettern, der Einfachheit sollen hier nur die drei Oberkategorien angesprochen werden. Grundsätzlich hat sich aufgrund der Technologie im Brettbau einiges getan in den letzten 40 Jahren, waren die Bretter vor den goldenen 60ern noch meistens aus “Holz” gefertigt und somit sehr schwer, haben neue Materialien vor allem im Kernbereich für einige Veränderungen gesorgt. Aufgrund der Entwicklung auch im Surfstil wurden an die Bretter immer neue Herausforderungen gestellt, neue Technologien oder zumindest Verbesserungen eingeführt. Der erste große Durchbruch kam dann mit der Einführung von drei Finnen (Thruster), vorher wurden meist Single Fin oder Twinser gesurft.Auch die Brettlänge hat sich durch die verschiedenen Anforderungen verändert, in den 80ern wurden die Bretter immer Kürzer, in den 90ern immer dünner und zeitgleich erfolgte auch die Retrowelle zurück zu den langen Planken.

Grundsätzlich können drei Kategorien ausgemacht werden, einmal lange etwas breitere Bretter mit einer sehr runden Nose und nicht sehr viel Aufbiegung die sogenannten LONGBOARDS (MALIBUS), die ab einer Länge von 9 Fuß auch als solche gelten. Die SHORTBOARDS, mit meist einer Spitzen Nose und unterschiedlichen Tail Varianten, die eine Größenzuordnung von 6 Fuß bis zu 8 Fuß haben können, hier sind natürlich auch Hybride mit der nachfolgenden Kategorie möglich. Als letze Gruppe dann die MINIMALIBUS (kleine Longboards) die einen Range von 7 Fuß bis hin zu 9 Fuß haben können. Grundsätzlich müssen hier noch die beiden Sonderfälle FISH und GUN angesprochen werden, ein Fishboard ist die Verkleinerung eines Shortboards und für kleinere Wellen gedacht, die Gun ist eigentlich nur etwas für grosse Wellen, also nichts für Beginner …

Die Eigenschaften der einzelnen Surfboard-Typen

Longboard

Klassische Longboards sind etwa 9 bis 10 Fuß lang, 22 Inches breit und 3-4 Inches dick. Mit ihnen verbindet man die “guten, alten Zeiten”, die 60er Jahre, wo Hang Fives und Hang Tens das höchste der Gefühle waren. Ab Ende der 60er wurden sie immer mehr von neuen, kürzeren Surfboards verdrängt, erlebten aber in letzter Zeit wieder einen Aufschwung. Das beste Einsatzgebiet für das Longboard sind sich langsam aufbauende Wellen, auf denen man gemütlich cruisen kann. Beim klassischen Longboarden kommt es nicht darauf an, radikale Turns zu machen, sondern vielmehr in harmonischen Bewegungen mit der Welle zu spielen und die Fußstellungen auf dem Brett zu verändern. Longboards sind die voluminösesten und längsten Surfbretter, d.h. sie bieten bei sonst gleichen Bedingungen den meisten Auftrieb. Der Auftrieb wiederum ist entscheidend für die Geschwindigkeit beim Paddeln und beim normalen Abreiten einer Welle.

Auf den ersten Blick scheint das Longboard unter den Surfboard-Typen also ideal für einen Einsteiger zu sein. Aus mindestens zweierlei Gründen ist es dies aber nicht. Zum Einen erhält man den Auftrieb bzw. die Geschwindigkeit nicht umsonst, sondern man zahlt sie mit Einbußen in der Dynamik bzw. Drehfreudigkeit des Brettes. Das Drehen eines Longboards ist selbst für fortgeschrittene Surfer keine Selbstverständlichkeit. Der zweite Grund, warum Longboards nichts in Anfängerhänden verloren haben ist das Handling des Boards am Strand und im Wasser. Die große Grundfläche eines Longboards kann bei entsprechenden Windverhältnissen am Strand dafür sorgen, dass – wie bei einem Segel – enorme Kräfte auf das Brett und damit auf den Arm des Tragenden wirken. Auch im Wasser ist ein Anfänger schnell überfordert mit den großen Kräften, die auf ein so langes Brett wirken können. Gut geeignet ist das Longboard für das Surfen:

  • an Surfspots mit eher kleinen, schwächeren Wellen
  • im eleganten, ruhigeren Longboard-Style
  • an kleinen Tagen, mit leicht peelenden Wellen.

Ein gutes Longboard kostet zwischen 800€ und 1200€ jedoch sind nach oben hin keine Grenzen gesetzt.

MINI MALIBU

Mini-Malibus sind etwas kürzer als Longboards (etwa ab 7´6″), und haben eine oder drei Finnen. Sie sind sozusagen der kleine Bruder des Longboards. Von den Proportionen her unterscheiden sich die beiden Surfboard-Typen so gut wie gar nicht, ausser, dass beim Mini-Malibu alle Dimensionen etwas kleiner sind. Beim Sprachgebrauch unterscheidet man streng genommen Malibus und Mini-Malibus. Malibus werden dabei meist Bretter über 8 Fuß in der Länge genannt und Mini-Malibus die etwas kürzeren Bretter im typischen 7 Fuß Bereich. Mini-Malibus haben eine runde Nose und nur sehr wenig Rocker (Aufbiegung zur Nose hin), gleiten durch das große Volumen leicht an und bieten eine gute Stabilität. Abgesehen vom schwierigen Transport (wegen der Größe) sind sie für Anfänger ideal. Im Vergleich zum Shortboard ist das Minimalibu träger und schlechter manövrierbar – dies kann man aber zumindest im Anfängerbereich auch als Pluspunkt sehen, da man so gezwungen ist, das Board über das Tail zu drehen, was man prinzipiell dann auch beim Shortboard tun sollte. So lernt man früh den Einsatz der richtigen Gewichtsverlagerung. Mini-Malibus bieten ein ausreichendes Volumen um Surfanfängern das Anpaddeln der Wellen zu erleichtern und bringen Vorteile im Gewicht und Handling mit. Darum sind Mini-Mal’s die idealen Anfängerbretter. Sie ermöglichen einerseits eine hohe Wellenausbeute durch ihr großes Volumen, erlauben aber andererseits erste Turns auf der Welle bis hin zur gesicherten Parallelfahrt. Dies alles bedeutet nicht, dass fortgeschrittene Surfer nicht auch Spaß am Malibu-Fahren haben können. Im Gegenteil kann dieser Shape auch von besseren Surfern noch weiter ausgereizt werden und bietet eine gute Abwechslung gerade an Tagen an denen die Wellen weit unter 3 Fuß bleiben. Kosten für Mini-Malibus liegen zwischen 200 € und ca. 500 €, je nach Bauweise. Ein Polyester Board von BIC, NSP, TABU oder HiFly kostet etwa 300 €, wohingegen ein geshaptes Board in einem höheren Preissegment rangiert. Gut geeignet ist das Mini-Malibu für:

  • Surfen an Surfspots mit kleineren bis mittleren Wellen
  • Surfanfänger und Aufsteiger, die ihre ersten Erfahrungen abseits von Surfschulen machen möchten
  • Für geübte Surfer verspricht ein Minimalibu Spaßgarantie in kleinen Wellen

Funboard / Hybrid / Evolution

Ein Funboard ist etwa 6´8″ bis 7´6″ lang, 21–22″ breit und 2½” bis 3½” dick, und vom Shape her ein kleineres Longboard mit doch sichtbaren Shortboard-Einflüssen. Wegen dieses Längenunterschiedes ist es für viele Umsteiger vom Malibu besser ein Hybrid-Shape (auch Evolution oder Funboard genannt) zu nutzen bevor es dann weiter (runter) auf’s Shortboard geht. Die Shortboard-Einflüsse sind in der der spitz zulaufenden Nose und dem größeren Rocker zu sehen. Aufgrund dessen bietet es eher Möglichkeiten zum Drehen und Pushen des Brettes. Desweiteren wird der Umstieg durch die Länge erleichtert, nämlich dadurch, dass das Board nur ca. 1 Fuß kürzer ist als ein Minimalibu – also immer daran denken “vollzieh den Umstieg in kleinen Schritten” mit einem Board, dass deutlich kürzer ist als ein Minimalibu, aber noch nicht “zu kurz”! Das Funboard hat üblicherweise drei Finnen, ist nicht nur kleiner, sondern auch leichter als das Minimalibu (lässt sich damit bedeutend einfacher zu transportieren). Es bietet immer noch gute Stabilität und lässt sich leicht anpaddeln. Es ist leichter zu manövrieren als ein Mini-Mal und hat ein angenehm ruhiges und rundes Fahrverhalten. Somit ist es eine gute Option für:

  • Leicht Fortgeschrittene, die sich nicht mit einer “riesigen Planke” herumschlagen wollen
  • Fortgeschrittene, die ohne allzu große Paddelanstrengungen viele Wellen bekommen und auch an Tagen mit kleinen Wellen Spaß haben wollen
  • Größere und schwerere Surfer

Das Funboard unter den verschiedenen Surfboard-Typen ist für Surfer, die nur wenig Zeit zum Surfen zur Verfügung haben und dann möglichst viele Wellen bekommen wollen, oft weit besser geeignet als ein “cooles” Shortboard! Ehrgeiz ist hier fehl am Platz, es geht ja schließlich um den Spaß an der Sache!

 

Egg

Mit den Egg-Shapes verhält es sich ähnlich wie mit den Hybrid-Shapes. Sie eigenen sich hervorragend für den Umstieg, weil in der Länge nicht so viel eingebüßt wird. Im Vergleich zu einem Hybrid-Shape ist das Egg meist kürzer, bietet dafür aber eine rundere Nose. Eggs werden darum auch oft leichteren Surfern (wie Kindern oder Frauen) für den Einstieg empfohlen

Shortboard

Der Weg bis zum ersten reinrassigen Shortboard für einen Einsteiger ist sehr lang und führt nach dem Einstieg über ein Malibu im Idealfall auch erst über ein Hybrid-, Egg- oder Fish-Shape. Bei den Shortboards gibt es wohl die größte Auswahl an verschiedenen Modellen und es würde einen eigenen Artikel brauchen, um auch nur im Ansatz alle Formen aufzuzählen. Darum gehen wir jetzt nur auf die grundlegenden Eigenschaften aller Shortboards ein. Ein typisches Shortboard ist etwa 5´8″–6´8″ lang und hat ein Square-, Round- oder Swallowtail. Während beim Longboarden eher ruhige, harmonische Bewegungen gezeigt werden, geht es beim Shortboarden um schnelle, radikale und kraftbetonte Manöver. Das Ziel beim Shortboarden könnte vielleicht in möglichst radikalen Manövern, Barrels und Aerials manifestiert werden. Shortboards sind wohl mit die bekanntesten Surfbretter heutzutage und würde man 100 Leute heute ein Surfboard zeichnen lassen, so würde wahrscheinlich der Großteil ein Shortboardshape zu Papier bringen. Shortboards sind vor allen Dingen leichter und weniger voluminös als andere Bretter, weshalb es eines anderen Surfstils bedarf, als z.B. auf einem Longboard oder Minimalibu. Während man auf diesen Brettern potentiell quasi Nichts-Tuend down-the-line fahren kann erfordert ein Shortboard immer wieder eine Neupositionierung auf der Welle durch Turns bzw. ein beschleunigen des Brettes durch Pushen (Auf- und Ab-Bewegung des Brettes). Shortboards sind auf keinen Fall als Anfängerbretter zu verwenden, es sei denn es handelt sich um kleinere Kinder. Auch für den Umstieg vom Malibu auf ein Shortboard sollten erst andere Shapes in Betracht gezogen werden, bevor man auf ein reines Shortboard wechselt. Die Shortboardentwicklung wurde stark vom Skateboardsport beeinflusst, was sich auch in den Designs widerspiegelt, die häufig aggressiv und wild sind. Shortboards haben eine spitz zulaufende und stark aufgebogene Nose um sich der Wellenform besser anzupassen sowie ein geringeres Volumen. Darüber hinaus sind sie um einiges leichter als Long- und Funboards. Mit Shortboards ist es durch das geringe Volumen weitaus schwieriger, Wellen zu bekommen, als weitere Nachteile sind geringere Stabilität und schwierigere Kontrolle anzuführen. Die Vorteile liegen in einer guten Manövrierbarkeit, die durch verschiedene Varianten von Tail und Bottom noch weiter verbessert wird. Außerdem sind Shortboards durch die geringere Größe natürlich leichter zu transportieren. Durch die Entwicklung des Shortboards wurde das Duckdiven, das Durchtauchen durch die Welle, möglich. Dieses Manöver erleichtert es den Surfern ins Line-up zu kommen um dort grüne Wellen zu surfen. Das Shortboard ist das gängigste Surfboard und die meisten Surfer besitzen mehrere, unterschiedlich lange Shortboards für unterschiedliche Bedingungen. Um ein Shortboard wirklich surfen zu können, bedarf es einer guten Fitness, ausreichend Zeit am Meer und einer großen Portion Motivation! Ein Shortboard kostet neu (zumindest in Europa) zwischen 400 € und 600 €, in Abhängigkeit vom Material kann es aber auch gut einmal 800 € kosten. In Australien, Südafrika und anderen Ländern in Übersee kann man gute Shortboards auch schon für ca. 300€ bekommen (abhängig vom Dollarkurs). Bei der Einfuhr nach Deutschland sollte man aber niemals einen höheren Wert als 250€ pro Board angeben, da sonst noch Zollgebühren fällig werden.

Fish (Retro und New School)

Der Fish ist unter den verschiedenen Surfboard-Typen eher ein Surfboard für kleinere Wellen und ist zwischen 5´5″-6´4″ lang. Er hat weniger Rocker und viel mehr Volumen als ein klassisches Shortboard. Das Swallow-Tail, welches bisweilen auch bei Shortboards vorkommt, ist sehr wendig und schnell, hält aber auch in steilen Wellen gut. Vor allem an Stränden, an denen es oft kleine Wellen gibt, ist der Griff zum Fish in den letzten Jahren immer populärer geworden. Mit etwas größeren Finnen lassen sich diese Boards auch sehr gut bei Wellen bis Kopfhöhe surfen, was den Fish zu einer guten Option für ambitionierte Fortgeschrittene macht, für die das klassische Shortboard noch etwas zu wenig Auftrieb hat.

Retro Fish

Retro-Fishe sind extrem kurze, dafür aber sehr breite und dicke Bretter mit runder Nose und weitem Fish-Tail. Sie erlauben einerseits eine hohe Wellenausbeute aufgrund des insgesamt im Vergleich zu einem Shortboard höheren Volumens, andererseits kann man sie aber wesentlich leichter drehen als ein Longboard. Vom Surfstil her erlauben Retro-Fishe sowohl radikale Turns auf der Welle, als auch entspanntes down-the-line cruisen. Als Anfängerbretter eigenen sich Retro-Fishe nicht, weil sie mit Längen von max. 6′2″ nicht ganz einfach zu paddeln sind und auch der Take-Off wegen der sehr flachen Rocker-Line schwerer fällt als bei einem Malibu. Hierbei ist die Gefahr größer, dass die Nose beim Anpaddeln der Welle einsticht.

New-School-Fish oder Performance Fish

Diese Fish-Sorte hat im Vergleich zu seinen Old-School-Kollegen unter den Surfboard-Typen wesentlich mehr Rocker, ist schmaler, dünner und länger. Meistens handelt es sich nicht um mehr als ein etwas breiteres und dickeres Shortboard mit Fishtail. Deswegen haben sowohl Anfänger als auch Umsteiger vom Malibu eigentlich nichts auf solchen Brettern verloren. Eine Ausnahme sind extrem lange Fishe (> 6′7″), die für Umsteiger vom Malibu den Weg zum Shortboard ebnen können. Für erfahrenere Shortboarder eigenen sich kurze Fishe, um in kleineren und druckloseren Wellen Spaß zu haben.

Was für ein Brett soll ich eigentlich Surfen?

Welches Brett für welche Wellen und vor allem für welchen Surfer?

Beim Surfen geht es zuerst einmal um Spaß, und diesen hat man definitiv wenn man auf dem Brett stehend eine Welle entlang gleitet. Sicherlich gibt es viele Punkte, die für die super stylischen kleinen Bretter sprechen, die man immer in den Surfmovies zu sehen bekommt. Es wirkt auch so einfach, wenn die Pros die Wellen entlang shredden.  Sie haben einen hohen Stylefaktor, günstigerer Anschaffungspreis, sind leichter zu transportieren etc.

Aber was spricht dagegen?

Man lernt am besten surfen wenn man es wirklich trainiert, nicht jedoch, wenn man mit einem stylishen Brett den Strand entlang läuft. Ich möchte hier keinem zu nahe treten, die endgültige Entscheidung muss jeder für sich treffen, sich selber einschätzen und danach eine Kaufentscheidung treffen. Aber je mehr Zeit man auf dem Brett und nicht neben dem Brett verbringt, desto mehr kann geübt werden und auch das Gefühl des „gestoked“ seins am Abend wird deutlich grösser ausfallen, wenn man nicht nur 5 Minuten auf dem Board gestanden hat.

Was ist denn nun wichtig? Worauf solltet ihr achten?

Es gibt den allgemein gültigen Spruch “Länge läuft, Breite stabilisiert und Dicke spart Kraft” was auch absolut richtig ist. Ein Surfbrett mit viel Gleitfläche im Unterwasserschiff ist einfacher beim anpaddeln der Welle und beschleunigt das Board schneller. Geschwindigkeit ist das A und O um eine Welle zu bekommen.

  • Bei der Surfbrettbreite muss man zwei Aspekte beachten, je breiter ein Board ist, umso Kippstabiler wird es da mehr Fläche auf dem Wasser aufliegt, Nachteil bei der Breite besteht darin das ein Surfboard durch zunehmende Breite immer mehr an seiner Wendigkeit verliert, es sei denn die Form (Outline) wird dementsprechend angepasst. Ausschlaggebend ist hier natürlich nicht nur die Breite des Brettes sondern natürlich auch die Aufbiegung (Rockerline) im vorderen (Nose) und hinteren (Tail) Bereich des Brettes.
  • Die Dicke des Brettes beeinflusst den sogenannten statischen Auftrieb zusätzlich, da diese das Volumen beeinflusst. Die Schlussfolgerung hieraus ist folgende:  Sehr dünne Bretter sind sehr schwer in Fahrt zu bekommen, sehr dicke Bretter lassen sich leichter beschleunigen, büßen dafür aber Wendigkeit ein.
  • Um all das berücksichtigen zu können sowohl beim Brettbau als auch beim Brettkauf, gibt es hier einige Maße die ein Brett im groben definieren. Da Surfen aus dem nicht metrischen Raum stammt (letztes Jahrhundert USA) sind alle Maßangaben in foot (Fuß) und inch (Zoll) angegeben.
  • Die Maße setzen sich zusammen aus der Brettlänge, der breitesten Stelle des Boards, und der Dicke. In Fällen in denn das Board länger gebaut wird werden noch zwei weitere Maße angegeben, diese werden ein Fuß von der Nose und ein Fuß vom Tail weg gemessen und geben so einen groben Überblick wie die Outline (äußere Form des Brettes) aufgebaut ist.
  • Ein Fuß besteht aus 12 Zoll und nicht 10 wie die meisten vermutet hätten, ein Inch (Zoll) ist umgerechnet 2,54 Zentimeter lang, ein Zoll dementsprechend 30,48 Zentimeter.
  • Da auch Wellenhöhen meist in Fuß angegeben werden, ist es um nicht den Überblick zu verlieren vor allem bei Wellengrössen angaben den Fuß mit 33,33 Zentimeter anzunehmen und aus einer 3 Fuß Welle somit eine 1 Meter hohe Welle zu machen. Bei einem Surfbrett kann die Längenangabe somit folgend aussehen 6′1 (6 Fuß und 1 Inch Länge wobei der ‘ für die Fuß steht und ” für die Inchanzahl) 18 1/2 (18,5 Inch Breite) und 2 3/4 (2,75 Inch Dicke).

Tipps zur Pflege deines Surfboards

  1. Das Board sollte nie unnötig in der Sonne liegen. Abgesehen davon, dass das Wachs wie Butter zerläuft, lässt UV-Strahlung die Farben verblassen und bei laminierten Boards den weißen Schaumkern vergilben. Auch die Außenhaut wird durch die permanente Sonneneinstrahlung kontinuierlich spröder. Also immer ab in den Schatten oder noch besser: In einen Boardbag und in den Schatten, denn auch ein Boardbag wird in der Sonne so heiß, dass das Surfwachs schmelzen kann und die Innenseite des Bags verklebt. Wenn der Schatten fehlt:
  2. Boards am Strand (auch im Boardbag) immer mit der Unterseite zur Sonne legen, dabei aber nicht die eingewachste Standfläche mit dem Sand in Berührung kommen lassen. Sonst kann es passieren, dass ihr euren Neoprenanzug oder noch schlimmer eure Haut (Achtung Nippel Rash) aufreibt … sehr unangenehm!
  3. Eine Boardbag sollte ebenfalls immer sandfrei gehalten werden, denn sonst schmirgeln die Sandkörner beim Transport am Brett. Auch eingetrocknete Salzkristalle können das Finish zerkratzen. Eine Süßwasserdusche befreien Board und Leash von Sand, Salz und Algen.
  4. Eine Boardbag mit Metallreißverschlüssen sollte nicht in feuchtem Zustand gelagert werden. Bei langer Lagerung kann Korrosion den Reißverschluss zerfressen – dann geht das Bag weder auf noch zu. Wenn dein Surfbrett durch Grundkontakt oder eine Kollision beschädigt wurde, solltest du sofort aus dem Wasser kommen und die betroffene Stelle vor einer Reparatur in der Sonne oder an einem anderen warmen Platz trocknen lassen. Jeder Schaumkern zieht eine gewisse Menge Wasser, einmal im Board bekommt man es schwer wieder raus. Farbveränderungen, höheres Gewicht, Delamination und geringerer Festigkeit können die Folgen von eingetretenem Wasser sein. Sicherheitshalber nach jeder Surfsession einen prüfenden Blick aufs Board werfen, denn auf dem Wasser kann man eine Beschädigung schnell mal übersehen.
  5. Achte darauf, dass du deine Wellenreitboards nicht bei Minusgraden lagerst. Eingedrungene Feuchtigkeit gefriert, dehnt sich dabei aus und kann so das Laminat beschädigen.

Mehr zum Thema Surfboards & Surfmaterial aus unserem Blog:

LIL’OMBAK – dein handgemachtes #surfwaxpocket zum Reisen

Jeder Surfer kennt das – hab ich alles? Wetsuit, Leash, Zink, Wax? Im besten Fall denken wir an alles und schmeißen alles zusammen fix in den Bucket, um schnell zum Surfspot zu kommen. In der Eile und Aufregung liegt das Wax im Sand, du sammelst die übrig gebliebenen Stücken noch zusammen und versuchst die Reste noch auf dem Board zu verteilen

Surfer-Uhr – ja oder nein?

Du möchtest jede freie Minute zum Surfen nutzen? In der Mittagspause rauspaddeln? Damit du dabei nicht die Zeit vergisst, kann eine Tidewatch, also eine Surfer- Uhr super hilfreich sein!

NEWS AUS DEM SALTWATER SHOP – PRODUKT DES MONATS MAI

Vor wenigen Wochen wurden von VANS die ersten Surf Boots ihrer Art veröffentlicht und sind mehr als vielversprechend. Sie sorgen für Wärme und Schutz beim Surfen und sind an dem Vans´ typisch karierten Style erkennbar.

NEWS AUS DEM SALTWATER SHOP – PRODUKT DES MONATS APRIL

Jeder kennt es, nach der Surfsession am Spot noch eine halbe Stunde auf einem Bein rumzuhüpfen, um das Wasser aus dem Ohr zu bekommen. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch zu gefährlichen Infektionen und Ohrenkrankheiten führen.

NEWS AUS DEM SALTWATER SHOP – PRODUKT DES MONATS

Das perfekte Balance Board für jeden, der seine Fitness für die nächste Surfsession ankurbeln möchte.
Daffy Boards werden zu 100 % in Deutschland gefertigt und sollten in keinen Haushalt fehlen.

Custom Surfboards – auf was ihr achten solltet!

Surfbretter sind die wohl schönsten Bretter der Welt, darüber sind wir uns einig! Und irgendwann kommt der Punkt, an dem man sich vielleicht doch ein Custom Surfboard shapen lassen möchte. Hier habt ihr ein paar Punkte, auf die ihr dabei achten solltet!

Mehr Surfwissen – Alles rund um’s Wellenreiten

surferin im Weißwasser

Surfen lernen

Surftipps für Anfänger: „Wellenreiten lernen“!

Theorieunterricht in surfschule

Surf-Theorie & Geschichte

Alles rund um die Theorie & Geschichte des Surfens

Auto mit Surfboards

Surfen weltweit

Surftrips, Reiseinfos und wunderschöne Surfspots

Wrap mit Tomate und Avocado

Ernährung, Gesundheit & Fitness

Tipps, Rezepte & Workouts