Leuchttürme, seit vielen tausend Jahren sind sie ein Symbol der Schifffahrt und haben in vielen rauen Nächten Seefahrern den Weg in den sicheren Hafen gezeigt. Auch wir in El Cotillo haben einen stolzen Wächter der See und Nacht. Genaugenommen wird unsere Küste nicht nur von einem Leuchtturm bewacht, sondern sogar von dreien. Unser Faro de el Toston an der Punta Banella ist damit eine echte Besonderheit.

Alle Guten Dinge sind drei – der erste Leuchtturm an unserer Küste wurde 1887 erbaut. Damals zierte alleine der nur sechs Meter hohe Turm und das dazugehörige Wärterhäuschen die Küste. In den 1950er Jahren wurde ihm noch ein weiterer Turm zur Seite gestellt, diesmal von 15 Metern Höhe und von ganz besonderer Form, in Weiß und mit einem achteckigen Grundriss übernahm dieser Leuchtturm die Aufgabe des Wächters der See. Seine Form erinnert an die Spielfigur des Turm eines Schachbrettspieles.

Bereits 35 Jahre später, 1985, wurde der höchste und jüngste Turm des Dreiergespanns errichtet. Dieser überragt mit seinen knapp 38 Metern die beiden zuvor errichteten Türme und fällt ins Auge durch seinen klassischen rot-weißen Anstrich.

Doch woher kommen diese Wächter der See und Nacht?

Die Geschichte der Leuchttürme ist lang, doch wirklich sehr schnell erzählt. Um die Navigation zu verbessern und sich sowohl nachts, als auch tagsüber orientieren zu können wurden bereits vor vielen tausend Jahren die Küsten durch Fackeln oder Feuer gekennzeichnet und zusätzlich durch hohe Bauten markiert. Die ältesten uns bekannten, befestigten Leuchttürme sind der Koloss von Rhodos – der mit einer großen Fackel in der Hand den Schifffahrern den Weg gezeigt hat und der Pharos von Alexandria – beides zählte zu den sieben Weltwundern. In der romanischen Sprache sind auch noch die Wurzeln der damaligen Bauten zu finden, so heißt der Leuchtturm auf Spanisch ‚el faro‘ oder im Französischen ‚le phare‘. Die Wissenschaft von den Leuchttürmen heißt übrigens Pharologie.

An den Küsten des Mittelmeeres, bis hin nach Großbritannien sorgten die Römer für ein dichtes Netzwerk von Leuchttürmen, von denen selbst heute immer noch einige genutzt werden, wie zum Beispiel der Torre de Hércules im spanischen A Coruña.

Doch diese Hilfen der Orientierung gerieten schnell in Vergessenheit, erst als der Handel per See wieder aufblühte, erlangten die Leuchttürme wieder eine große Bedeutung. Doch nicht alle Strandvögte waren von den Wegweisern der See begeistert, denn je sicherer die Wege waren, um so weniger Schiffsbruch gab es – und dies war zum Teil eine große und auch sicherer Einnahmequelle.

So gibt es viele Geschichten und Legenden über fehl geleitet Schiffe durch selbst entzündete Leuchtfeuer. Das nahm so ein Ausmaß an, das der König von Dänemark etwa 1705 die Todesstrafe einführte für diese Art der Fehlleitung.

Die Technik hinter dem Licht 

Einen wahren Sprung in der Geschichte der Leuchttürme gab es mit dem Voranschreiten und der Weiterentwicklung in der Technik. Leuchttürme sind nicht nur schöne Kartenmotive, sondern vor allem ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Die Technik der in den Leuchttürmen wurde immer ausgefeilter. Mit Hilfe der Gürtellinse war es möglich Licht einer einzelnen Lichtquelle enorm zu verstärken und zu bündeln, außerdem wurde eine Rotationsbewegung eingebaut, so dass die Reichweite bis tief in die Nacht hinaus und durch dichten Nebel seinen Weg zu den Seefahrern fand.

Bis heute wird dieses Prinzip der Bündelung und Rotation genutzt, nur die Art der Lichtquelle hat sich über die Zeit verändert. So wurden aus Petroleum- und Gasleuchten, Halogenlampen, doch die Technik an sich blieb dieselbe.

Der Leuchtturm

 

Ein leuchtend’ Banner dort

erhebt sich an den Klippen

es ist schier ein schaurig’ Ort

der Leuchtturm thront inmitten.

 

Sein helles Leuchten weist

den sicheren Weg am Riff,

gibt Halt dem, der das Meer bereist

und ist Geleit so manchem Schiff.

 

Er leuchtet weit ins Meer hinaus

wird Anker in den Stürmen,

und Möwen ein willkommen Haus,

die kreisen bei den Türmen.

 

©  Franz Christian Hörschläger

Leuchttürme begeistern und einen weitere Besonderheit, keiner ist wie der andere, alle sind anders, nur manchmal schmückt sie dasselbe rot-weiße Gewand. Auch heute verzaubern Leuchttürme noch die Menschen, wecken in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer und bringen sie in schwärmen. Es sind beliebte Ausflugsziele, Foto und Postkartenmotive. Vielleicht auch ein Motiv deines letzten Urlaubes? Bei uns in El Cotillo kannst du gleich drei Leuchttürme auf ein Bild bekommen.

Also bis ganz bald, wir machen jetzt mal schnell noch unsere nächsten Erinnerungsfotos am Fuße unserer Türme.