Ihr steht im Supermarkt vor der Gemüse-ecke und denkt euch: Tu’ ich mir was Gutes und kaufe Bio-Gemüse und dazu vielleicht noch ein paar Bio-Eier. Allein schon fürs Gewissen gut. Aber dann kommt das Ding mit den verschiedenen Bezeichnungen und Siegeln. Was hat das zu bedeuten und sind alle Produkte, die als “bio” gekennzeichnet werden, wirklich so viel besser als die Konventionellen? Nur warum sind die Bio-Produkte dann plötzlich so viel günstiger als noch vor einiger Zeit, wo es diese nur in den Bio-Läden und nicht im Supermarkt gab? Deshalb bin ich der Sache nun mal auf den Grund gegangen und gebe hier ein paar Infos, was es mit den verschiedenen Siegeln auf sich hat.

Früher galt Bio als Nischenprodukt im Supermarkt und wurde nur vereinzelt gekauft. Das hat sich nun aber komplett gewandelt und in Zeiten der Superfoods und clean eating, achten immer mehr Menschen auf einen gesunden Lifestyle, verbunden mit Bio Produkten.
Wie allerdings bei so vielen Lebensmitteln, wird man auch hier des öfteren hinters Licht geführt und nicht überall wo Bio drauf steht ist auch Bio drin.

Woran liegt das und worauf können wir achten?

Durch die größere Nachfrage ist Bio mittlerweile zu einem eigenen Industriesektor geworden und wird daher ebenso in Masse produziert wie andere Lebensmittel.
Lebensmittel können dann als Bio bezeichnet werden, wenn sie so naturnah wie möglich hergestellt wurden, d.h. keine Gentechnik, noch chemisch-synthetische oder mineralische Dünger. Außerdem artgerechte Tierhaltung, natürliches Futter für die Tiere, keine Antibiotika oder Leistungsförderer.
Allerdings gibt es hier große Unterschiede zwischen den einzelnen Produkten, da es verschiedene Stufen bzw Kennzeichnungen für die Bio Produkte gibt.

 

 

 

Die Siegel

Das Biosiegel der EU: Diese Lebensmittel erfüllen gerade mal den „Mindeststandard“ und sind so die einfachste Form von „bio“. Bei deren Verarbeitung dürfen sogar bis zu 5% der Bestandteile aus nicht ökologischer Landwirtschaft stammen. Hier ist also auch die Teilumstellung eines Hofes in Ordnung.

Ein Bauer darf hier z.B. sein Huhn ökologisch halten, aber den Ackerbau konventionell betreiben. Füttern dürfen die Bauern hier sogar Fischmehl als Bestandteil und es ist eine ganzjährige Silagenfütterung erlaubt. Des Weiteren dürfen hier Tiertransporte so lang sein, wie das Gesetz erlaubt und es gelten keine strengeren Regelungen.

 

Biosiegel Verbund

Siegel der deutschen Anbauverbände wie Bioland, Demeter oder Naturland: Diesen Verbänden ist der EU-Standard nicht hoch genug und so haben sie ihre eigenen Richtlinien. Deren Mitglieder bzw Verbandsbauern müssen ihren Hof komplett auf ökologische Landwirtschaft umstellen.

Ein großer Unterschied wird vor allem bei der Tierzucht deutlich. Hier dürfen viel weniger Tiere pro Hektar gehalten werden als im Vergleich zum EU-Siegel. Zudem werden die Tiere hier auch ökologischer gefüttert (Fischmehl ist hier beispielsweise komplett verboten und im Simmer ist 50% Grünfutter Pflicht) und Tiertransporte dürfen maximal 200 km lang sein.

Bezüglich Regionalität gibt es leider bei beiden „Arten“ keine genauen Vorgaben. So kommt es meist dazu, dass Produkte mit Bio-Zertifikat oft lange Transportwege hinter sich haben, da die heimischen Bauern den Bedarf nicht decken können.
Anders herum kann es auch sein, dass der regionale Bauer von nebenan Produkte anbieten, die zwar kein Bio-Siegel haben, aber dennoch genauso gut sind. Grund ist der, dass eine Bio-Zertifizierung die Erfüllung bestimmter (teilweiser relativ strenger) Kriterien voraussetzt, die der kleine Bauer von nebenan eventuell nicht erfüllen kann , obwohl die Produkte regional und nachhaltig produziert werden. Oft spielen hier auch wirtschaftliche Faktoren eine große Rolle, da die Zertifizierung sehr teuer sein kann und ein Bauer sich das schlichtweg nicht leisten kann.
Um sicher zu gehen, dass man regionale Produkte kauft, sollte man darauf achten, saisonale Ware zu kaufen. Des Weiteren garantiert das Bio-Siegel „Unser Land“ dass die Lebensmittel aus unserer Region kommen.
Achtet also beim nächsten Gang in den Supermarkt mal darauf und öffnet eure Augen, für die kleinen Schummeleien der Lebensmittelindustrie. Oder ihr geht zum nächsten Bauernhof und fragt einfach mal nach :)

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