Surfen gilt nicht umsonst als Extremsportart: Kleinere oder größere Verletzungen sind leider nicht all zu selten beim Wellenreiten.
Wir haben für euch heute die häufigsten Surf-Verletzungen zusammengefasst und wie man sie am besten behandelt – ein kleiner Erste-Hilfe-Guide für den nächsten Surftrip!

Riff-Infektion

Wenn man bei einer Session an einem Riff-Spot einen ordentlichen Wipe-Out hat, kann es durchaus sein, dass man mal das Riff küsst. Dabei kann auch mal ein kleiner Fremdkörper in der Haut stecken bleiben. In diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich entzündet, ziemlich hoch – vor allem wenn man nicht direkt einen Arzt aufsuchen kann.

Das Wichtigste um eine Infektion zu verhindern, ist, den Fremdkörpers erst mal zu entfernen. Dabei solltet ihr sicherstellen, dass das das “Operationsbesteck” sauber ist. Danach sollte die Wunde zuerst mit frischem Wasser gesäubert und danach gut mit Alkohol oder Wasserstoffperoxid desinfiziert werden . Versuche, die Wunder so oft es geht offen zu lassen um die Wundheilung zu beschleunigen und zwei Mal täglich zu reinigen.

 

Rash / Ausschlag

Ein Rash auf der Brust, in den Achseln oder an den Oberschenkel-Innenseiten ist ein häufiges und sehr schmerzhaftes Phänomen von vielen Surfern.

Einem Rash könnt ihr vorbeugen, indem ihr die anfälligen Körperstellen vor dem Surfen gut eincremt mit zum Beispiel Vaseline oder Kokosnussöl. Auch Babypuder kann helfen, wenn ihr ihn an den entsprechenden Hautpartien auftragt wenn ihr noch trocken seid. Wenn es bereits zu spät ist, und ihr schon einen Hautausschlag habt, könnt ihr zum Beispiel mit einer Cortison-Creme gegenwirken.

 

Reisedurchfall

In vielen Regionen ist sowohl das Wasser aus der Leitung als auch das Meerwasser, in dem wir surfen, oft stark verschmutzt, was oft zu heftigen Magen-Darm-Problemen führt.

Dies kann verhindert werden, indem ihr Essen wie z.B. Obst und Gemüse meidet, das vorher mit Leitungswasser gewaschen wurde. Essen, das eine natürliche Schale besitzt wie z.B. Eier oder Bananen, ist in der Regel safe. Wenn es allerdings nicht möglich ist, das Wasser aus der Leitung vor Ort größtenteils zu vermeiden, können auch präventiv schon bestimmte Mittel gegen Magen-Darm-Probleme eingenommen werden. Welche Mittel am besten für euch geeignet sind, klärt ihr am besten vor Reiseantritt mit eurem Arzt ab.

 

Nacken- oder Kopfverletzungen

Gerade wenn Surfer am Riff bei wenig Wasser surfen gehen, ist das Risiko einer Kopf- und/oder Nackenverletzung besonders hoch. Wenn sich ein Surfer tatsächlich im Wasser am Kopf oder Nacken verletzt, ist es wichtig, dass er sehr vorsichtig an Land gebracht wird um die Verletzung nicht noch zu verschlimmern. Im Falle einer Verletzung am Kopf oder Nacken solltet ihr euch IMMER von einem Arzt abchecken lassen – auch wenn ihr denkt, die Verletzung ist nicht so schlimm. Safety first!

Hat man sich im Wasser tatsächlich eine Gehirnerschütterung zugezogen, so ist es wichtig, dass man sich erst mal ein paar Tage ausruht. Danach sollte man sich nach und nach herantasten, was wieder möglich ist. Sobald bei einer Aktivität, sei es beim Zähneputzen, beim Arbeiten am Computer oder Paddeln, Kopfschmerzen auftreten, sollte man sofort damit aufhören und sich ausruhen. Ignoriert man die Signale seines Körpers, können fatale Langzeitschäden am Hirn entstehen. Erlaubt euch und eurem Körper eine Pause und gebt ihm die Zeit, wieder ganz gesund zu werden.

 

Situationen, in denen eine Operation notwendig ist

Es ist wichtig, sich klar zu machen, ob man sich dort, wo man sich die Verletzung zugezogen hat, medizinisch gut versorgt fühlt. Wenn nicht, sollte man mit einem Arzt vor Ort absprechen ob nicht die Möglichkeit besteht, sich so stabilisieren zu lassen, dass man es noch ohne Operation auf schnellstem Wege nach Hause schafft, um sich dort operieren zu lassen. Gerade bei größeren und aufwändigeren Operationen, gilt es diese Option auf jeden Fall abzuwägen.

 

 

Wipe-out

Was unserer Meinung nach in keinem Erste-Hilfe-Set eines Surfers fehlen darf:

  • Buscopan gegen Bauchkrämpfe
  • Ibuprofen
  • Wasserstoff-Peroxid
  • Steri-Strips (Klebestrips, die auf Wunden geklebt werden um diese zusammenzuhalten)
  • Pinzette
  • Kortison-Creme
  • Pflaster
  • Desinfektionsmittel
  • Tape
  • Vaseline (damit keine Rashs vom Wetsuit entstehen)
  • Immodium Akkut gegen Durchfall
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