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(c) The Ocean Cleanup

Letzten Donnerstag hat The Ocean Cleanup seinen ersten Prototypen zu Wasser gelassen: Im niederländischen Den Haag wurde ein ungefähr 100 Meter langes Testmodell in der Nordsee implementiert. Der erste Schritt zur Befreiung unserer Ozeane von Plastik! Wer es noch nicht kennt: The Ocean Cleanup ist eine vom mittlerweile 20jährigen Boyan Slats entwickelte Technologie, welche Müll aus dem Meer fischen soll ohne es zusätzlich zu belasten oder die Umwelt zu gefährden.

Nach der theoretischen Konzeption,  einer erfolgreichen Testphase in artifizieller Umgebung und einem Crowdfunding, das durch die Decke gegangen ist, beginnt nun die heiße Phase der Umsetzung. Das Modell in der Nordsee ist ein 100 Meter lange Filterbarriere, die 1 Jahr vor der niederländischen Küste getestet wird, um die Resistenz gegenüber den extremen Bedingungen des Ozeans zu überprüfen. Die Stürme in der Nordsee sind dabei deutlich gefährdender für die Anlage, als die selten auftretenden Stürme im Pazifik  sollte dies also funktionieren, ist das ein gutes Zeichen für die Zukunft.
Die ganze Zeit über wird der Cleanup von Sensoren überwacht – nach den ersten Tagen bisher ohne Ausfälle oder Schwierigkeiten.

“This is a historic day on the path toward clean oceans. A successful outcome of this test should put us on track to deploy the first operational pilot system in late 2017.”

Boyan Slat, Gründer und Entwickler des Ocean Cleanup

(c) The Ocean Cleanup

Wie geht es in Zukunft weiter?

Handelt es sich bei dem Prototypen um ein Testmodell von ca. 100 Meter Breite, soll das ganze im deutlich größeren Stil 2017 weiter getestet werden. “Pilot 1” – so der Name des zweiten Prototypes – ist das erste voll funktionsfähige Modell, welches sich über mehrere Kilometer erstreckt. Geplant ist der Einsatz der Test-Plattform vor der Küste der japanischen Insel Tsushima, welche für ihre starke Belastung durch Plastik bekannt ist. Ein Test also, der nicht nur entwickelt, sondern bereits etwas bewirken kann!

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(c) Erwin Zwart / The Ocean Cleanup

Ab 2020 geht es dann im großen Stil weiter – sollten die Tests erfolgreich ausfallen. Geplant ist die erste Full-scale-Version im Pazifik, welche sich über ca. 100 km Breite erstreckt. Der “Cleanup” könnte innerhalb von 10 Jahren ungefähr die Hälfte des Plastikmüllvorkommens im Pazifik beseitigen und die Belastung des Ozeans somit rapide reduzieren! Für jeden Surfer, der schon mal im Line-Up eine Flasche an sich vorbei schwimmen sehen hat oder in einer Tube aus Müll stand (trauriger Weise gibts das wirklich), ein absoluter Wunschtraum.

Aber wie genau funktioniert der Ocean Cleanup Prototyp?

Wie The Ocean Cleanup im Detail funktioniert und warum es so wichtig ist, haben wir euch letztes Jahr schon einmal vorgestellt: Alle Infos findet ihr hier. Noch einmal zusammengefasst filtert Boyan Slats entwickeltes Modell Plastikteile, sogar die, die bereits zu kleinen Partikeln zersetzt sind, aus dem Meer und sammelt sie in großen Behältern, die wie Boyen im Meer schwimmen. Das ganze funktioniert mit Hilfe der meereigenen Strömung und Filtern, die die Teilchen auffangen, arbeitet also mit der eigenen Bewegung des Ozeans.

(c) The Ocean Cleanup

Quellen:

The Ocean Cleanup unveils first prototype

The Ocean Cleanup Milestones

Copyright des Bildmaterials: “The Ocean Cleanup” und Erwin Zwart,

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