Eine Playlist für den nächsten Surftrip Wer kennt das nicht – du sitzt im Auto, das Radio läuft und ganz zufällig spielen sie den  Song, den du letzten Sommer rauf und runter gehört hast. Mit der Musik ist es, wie mit Gerüchen oder Geschmäckern: Wir hören die ersten Töne und schon begeben wir uns auf eine Zeitreise – viele unserer Lieblingslieder sind mit Personen, Orten oder bestimmten Erlebnissen oder Gefühlen verknüpft. Aber wieso nistet sich Musik so intensiv in unserem Kopf ein? Es liegt an der Komplexität der Musik – hören wir einen Song ist unser gesamtes Gehirn beteiligt, um die Melodie, die Tonhöhen und den Rhythmus zu verarbeiten. So ist ein Lied über verschieden Faktoren in unserem Gehirn verankert und diese Faktoren verbinden sich mit den Gefühlen, die wir in der Situation des Hörens empfinden. Damit auf eurem nächsten Surftrip auch die passende Hintergrundmusik läuft, habe ich euch ein paar Favoriten meiner Surfmusic-Songs zusammengestellt. Von den ruhigen Liedern, die man am frühen Morgen auf dem Weg zur Early-Bird Session hört, über die Songs, die wir im Kopf haben, wenn wir die Welle herunter fahren, bis hin zu den Stücken, die uns am Abend beim Lagerfeuer oder im Surfbus beim betrachten der Sterne begleiten- für jeden ist etwas dabei. Viki tanzt an der Küste von El Cotillo

Auch Maddi hat schon eine Liste mit ihren Surfsong-Favoriten für euch zusammengestellt – diese findet ihr HIER

Sky and Sand – Paul Kalkbrenner

Die Sonne geht auf und mit quasi jeder Sekunde kann ich sehen, wie sie noch ein Stück weiter gewandert ist. Alles ist ruhig und das einzige, was zu hören ist, sind die Reifen meines Autos auf dem Asphalt, das langsam vor dem Surfspot zum Stehen kommt. Gleich ist die Sonne komplett aufgegangen – schnell rausgepaddelt, damit ich ihr noch vom Meer aus zu sehen kann. „Sky and Sand“ bringt den perfekten Sound für eine Early Bird Session mit sich – einfach einschalten und schon fällt das frühe Aufstehen nicht mehr schwer.

Homecoming – Kanye West

Wie der Titel schon sagt geht es ums nach Hause kommen –  wir haben alle nur eine Heimat, doch hat jeder, überall auf der Welt verteilt, Orte, an denen er zu Hause ist. Ein Ort wird dann zu einem Zuhause, wenn du dich mit Erinnerungen an ihn bindest und es sind die Guten. Wie schon oben erwähnt, werden diese Erinnerungen durch Musik unterstützt. Bei deinem nächsten Surftrip wirst du Dinge erleben und Songs hören, die dich später an genau diese Reise erinnern werden – und vielleicht bekommst du ein bisschen „Heimweh“ nach einem deiner vielen „Zuhauses“.

Sail – AWOLNATION

Auch wenn der Titel dieses Songs „Sail“ Ist, könnte er genau so gut „Surf“ sein – die Bässe lassen Bilder von großen Wellen in unseren Köpfen entstehen. Sie bauen sich langsam auf und werden immer größer. Beim Drop geht es dann runter vom Peak, rein in die Tube – bis sich die nächste Welle wieder aufbaut. Das Adrenalin, dass man bei solchen Wellen verspürt, hat „AWOLNATION“ perfekt in Tönen verpackt und einen Song draus gemacht, der bei einer wilden Surfsession nicht fehlen darf.

Something Good – alt-J

Dieser Song ist ganz klar in meiner Playlist gelandet, weil „alt-J“ es geschafft hat, das Wasser in Tönen fließen zu lassen. Das Spielen des Klaviers erinnert mich an wild durcheinanderfließendes Wasser. Wenn ihr zu Hause also das Rauschen des Meeres vermisst, könnt ihr zur Einstimmung auf den nächsten Surftrip schon einmal „Something Good“ hören.

Müsste gehen – Clueso

„Und dann sitz ich am Strand. Glotz auf’s Meer, wie auf ’nen Bildschirmschoner. Und such die Stelle, wo alles von vorn’ beginnt. Unaufhörlich brechen Wellen, schlagen übereinander. Und es bleibt spannend, ein endloser Actionfilm.“

Clueso spricht aus, was wir uns viel öfter bewusst machen sollten:

„ Wie man genießen kann, wenn man weiß, dass man geht. Man müsset ständig geh’n. Das müsste ständig geh’n.“

Die ganzen Kleinigkeiten, die man oft erst bemerkt, wenn sie nicht da sind, sollten wir gleich in dem Moment, in dem wir sie erleben, viel intensiver genießen. Denn wenn man sie nicht mehr hat, fehlen sie uns, als seien sie schon immer das Wichtigste für uns gewesen. Das Zirpen der Grillen in der Nacht steht auf meiner Liste ganz oben, dicht gefolgt von dem Sand in meinem Schuhen nach einem Tag am Strand. Und was sind eure Kleinigkeiten?

 

Go On – Jack Johnson

Wahrscheinlich habt ihr schon auf einen seiner Titel gewartet. Jack Johnson ist nicht nur Singer und Songwriter, sondern auch (Surf-)Filmregisseur und Surfer. Schon mit fünf Jahren begann er mit dem Surfen und war mit 17 Jahren der jüngste Teilnehmer der Pipe-Trials (weltbekanntes Surfevent). Zur Musik kam er mit 12 Jahren, als er begann, Gitarre zu spielen – doch blieb das lange nur ein Hobby. Als er seine selbstgedrehten Filme mit Musik unterlegte wurde er schnell zu einem erfolgreichen Musik-Interpreten in der Surfszene. „Go On“ läuft jedes Jahr in meinem Dänemark-Urlaub und wenn ich diesen Song höre, schmecke ich sofort den frisch gegrillten Lachs, den wir bei dem kleinen Fischer im nächsten Ort kaufen. Jack Johnson schafft mit seinen Songs den perfekten Soundtrack für jeden Surfurlaub.  

Can’t Get Away – Rodriguez

Erfolgreich wurde Rodriguez leider erst lange nach seiner Zeit – nachdem seine Alben in Amerika, seiner Heimat, floppten, kehrte er der Musik den Rücken zu und arbeitete in Tankstellen oder auf dem Bau. Glücklicherweise wurde seine Musik in anderen Ländern gehört und zelebriert. Nicht nur „Can’t Get Away“, sondern das ganze Album „Searching For Sugarman“ ist der perfekte Roadtrip-Sound und sollte bei deiner nächsten Reise unbedingt laufen. 

Seaside – The Kooks

„Do you want to go to the Seaside?“ – Wer möchte das nicht? Mit ihrem Gitarren-Indie-Sound vertreten “The Kooks” den Surflifestyle und haben es auch auf meine Liste geschafft. Im Song erzählt der Protagonist, davon, wie er sich am Meer verliebt hat – ich denke, wenn wir alle ehrlich sind, wissen wir ganz genau wovon er redet.  

Dancing In The Moonlight – Toploader

Der Titel des Songs legt schon ein wenig fest, wann wir ihn am besten hören sollten: „… in the moonlight“. Am Lagerfeuer im Mondlicht sitzt ihr nach eurer letzten Surfsession alle zusammen am Strand, zählt die Sterne über euren Köpfen, grillt Marshmallows über dem Lagerfeuer und hofft auf die nächste Sternschnuppe. Der perfekte Song für warme und lange Sommernächte.  

You Always Make Me Smile – Kyle Andrews

Als ich am Montag auf Fuerteventura am ankam, fuhr ich gleich am nächsten Tag mit dem Surfkurs zum Surfen an den Strand. Als wir die Bretter auf dem Dach festgeschnallt hatten und alle im Bus saßen, ging es los und Linda drehte die Musik auf… dieser Titel wird mich immer daran erinnern. Kyle Andrews schafft mit seiner Gitarre das perfekte Stück für eine Fahrt zum Strand – also Bretter aufs Dach, rein in das Auto und Musik aufgedreht!