Drei verschiedene Arten von Polizei – wer soll da noch den Überblick behalten
In Spanien, gibt es nicht eine Polizei, sondern gleich drei Arten:
Die Guardia Civil stammt noch aus der Franco-Ära. Sie haben den Ruf der „harten Kerle“, verstehen überhaupt keinen Spaß, und sind vor allem für die Autobahnen zuständig. Sie tragen grüne Uniformen und diese „lustigen kleinen Hütchen“. Mit Spitznamen werden sie „aceitunas“ (= Oliven) oder „sapos“ (= Kröten) genannt, beides wegen der grünen Farbe der Uniformen.
Die Policia Local fällt gleich wegen ihrer bunten Wagen auf. Sie sind für kleinere Straftaten, Ordnungsw idrigkeiten, Streitereien und Drogendelikte zuständig. Sie tragen – als ob sie in Kontrast zu ihren Autos stehen müssen – schwarze Uniformen. So darf zum Beispiel die Policia Local zwar einen Drogenfund sicherstellen, beschlagnahmen darf ihn dagegen nur die Guardia Civil.
Die Ermittlungen danach übernimmt dann die Policia Nacional. Diese Policia Nacional trägt blaue Uniformen, und ist quasi „die letzte Instanz“, bei Schwerverbrechen u.ä. kommt sie zum Zug. Um die Spitznamen, die ihr bitte nicht verwenden mögt, noch zu vervollständigen: „pitufos“ (= Schlümpfe“) wird die Policia Local auch gern genannt – aber nur hinter ihrem Rücken! Und über die Mannen der Guardia Civil wird oft auch als „piojos verdes“ geschimpft = grüne Läuse! Aber wie gesagt: gegenüber einem Polizisten, egal welcher der drei Arten, brilliert ihr besser nicht mit euren Spanisch-Kenntnissen in Spitznamen!
Seit immer höflich und respektvoll zu allen. Zwar ist glücklicherweise mit dem Ende der Franco-Ära auch die Schreckensherrschaft der Polizeiwillkür zu Ende gegangen – nichtsdestotrotz solltet ihr weder diskutieren noch irgendetwas besser wissen noch belehren wollen. Sonst landet man ganz schnell mal für ein paar Stunden oder eine Nacht auf dem Revier. Seit höflich, seht schnell eure Schuld ein und dann können wohlwollende Polizisten auch mal ein Auge zudrücken …
Die freien Stellen in der Polizei werden vielfach über Familienbeziehungen besetzt. Leider gab es in der Vergangenheit dann aber auch oft den unschönen Effekt, dass Familienmitglieder von der Polizei nachsichtiger behandelt wurden. Deshalb wurde vor einigen Jahren ein Austauschprogamm mit dem Festland ins Leben gerufen, bei dem jeweils der Polizist aus Fuerteventura ein Jahr in Festland-Spanien arbeiten muss, und ein Jahr ein Festlands-Spanier auf den Kanaren eingesetzt wird.
Wie auch in Deutschland gibt es hier eigentlich nur zwei Arten von Polizisten – die guten und die bösen – und das schöne ist, man weiß nie, an welche Art man gerade geraten ist …